# Tomus ad Antiochenos 1.1

Athanasius Alexandrinus, Tomus ad Antiochenos, Praefatio 1. Ancient Greek.

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Nach dem Tod Constantius’ II. am 3.11.361 übernahm Julian die Herrschaft auch über den Osten und hob die unter Constantius erlassenen Verbannungsedikte auf. Das Edikt für Ägypten ist für den 9.2.362 bezeugt (hist.Ath. 3,2f.). Am 21.2.362 kehrte Athanasius nach Alexandrien zurück (hist.Ath. 3,3). Die in die Thebais verbannten Bischöfe Eusebius von Vercelli, Lucifer von Calaris und Asterius von Petra (Ruf., h.e. X 28f.; Socr., h.e. III 5; Soz., h.e. V 12,1. Thdt., h.e. III 4,2, zählt fälschlicherweise auch Hilarius von Poitiers unter die Verbannten) trafen sich vor ihrer Abreise, um die neue politische Situation für eine Reorganisation der Kirche auf der Basis der Beschlüsse von Nizäa mit dem Ziel zu nutzen, die Entscheidungen der Synoden von Rimini/Konstantinopel aufzuheben. Lucifer reiste anschließend direkt nach Antiochien, wo er in die antiochenischen Auseinandersetzungen um die Einheit der Kirche eingriff, indem er Paulinus, den Leiter der eustathianischen (altnizänischen) Gemeinde, zum Bischof ordinierte (Ruf., h.e. X 28;31; Socr., h.e. III 6; Soz., h.e. V 12,2; Thdt., h.e. III 5,1). Dabei bleibt unklar, ob Paulinus nicht bereits vorher als Bischof amtierte, da er zur alexandrinischen Synode zwei Diakone als seine Vertreter sandte (tom. 9,3). Asterius und Eusebius reisten nach Alexandrien und nahmen dort (wohl noch im Frühjahr, vgl. ep.Ruf., Joannou, Fonti II, 77,25–78,3) an einer ägyptischen Synode teil (Ruf., h.e. X 29f.; Socr., h.e. III 7; Soz., h.e. V 12,3f.; Hier., c.Lucif. 20), bei der auch zwei Diakone des Lucifer, zwei Diakone des Paulinus und Mönche des Apollinaris anwesend waren (tom. 9,3); außerdem ist von der Teilnahme meletianischer Gesandter auszugehen (tom. 5f.). Auf der Synode ging es zunächst um die Behandlung der sogenannten lapsi, d.h. derer, die den Beschlüssen der Synoden von Rimini/Konstantinopel zugestimmt hatten (ep.Ruf.; Ruf., h.e. X 29; Hier., c.Lucif. 20), und um die Durchsetzung des Nizänums (tom. und der eventuell in der ps.‐ath. ep.cath., M. Tetz, Ein enzyklisches Schreiben der Synode von Alexandrien (362), 216‐218, vorliegende Synodalbrief), wobei eine Weiterentwicklung der theologischen Debatte hinsichtlich der Pneumatologie und der Inkarnationslehre zu erkennen ist. Nach der Abreise eines Teiles der Teilnehmer (tom. 9,1) wurde schließlich der Versuch unternommen, bei der theologischen Annäherung der beiden antiochenischen Gemeinden der Meletianer und der Eustathianer zu vermitteln (tom. 1,1). Der sog. Tomus ad Antiochenos (zuerst bezeugt durch Petrus von Alexandrien bei Facundus von Hermiane, pro defensione XI 2,3) ist ein Brief des Athanasius im Namen der Synode an die den Eustathianern nahestehenden Bischöfe Lucifer von Calaris (vgl. fug. 4,2; h.Ar. 33,6; 76,3), Cymatius von Paltus (vgl. fug. 3,3; h.Ar. 5,2), Anatolius von Euböa (sonst nicht bekannt), sowie an Eusebius von Vercelli (vgl. fug. 4,2; h.Ar. 33,6; 76,3) und Asterius von Petra (sonst nicht bekannt), die als Teilnehmer der Synode zugleich Absender und Überbringer des Briefes waren. Der Brief ist indirekt auch an die Eustathianer gerichtet (vgl. tom. 9,2); ein vergleichbarer Brief an die Meletianer ist nach tom. 1,1 vermutlich vorauszusetzen. In dem Socr., h.e. III 25,10‐18; Soz., h.e. VI 4,7‐10 überlieferten Brief einer meletianischen Synode des Jahres 363 (vgl. unten S. 352) liegt die theologische Antwort auf die Vermittlungsbemühungen vor. Trotz der theologischen Annäherung kam es aber zu keiner kirchlichen Gemeinschaft in Antiochien. Nach den Kirchenhistorikern des 5. Jh.s war das Scheitern in erster Linie dem eigenmächtigen Handeln des Lucifer zuzuschreiben, das auch die Abreise des Eusebius zur Folge hatte (Ruf., h.e. X 31; Socr., h.e. III 9; Soz., h.e. V 13,2; Thdt., h.e. III 5,3). Ein Zeugnis des Scheiterns ist auch die ps.‐ath., in der Gemeinde des Paulinus zu verortende Refutatio hypocriseos Meletii et Eusebii (PG 28,85‐88). Zu Athanasius’ persönlichen Bemühungen, die Kirchengemeinschaft während der Herrschaft Jovians doch noch herzustellen, vgl. die einleitende Anm. zu ep.Iov.

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Athanasius Alexandrinus, Tomus ad Antiochenos. Text: The Greek Library, from the Perseus Digital Library and other open sources, CC BY-SA 4.0. Changes: apostrophes normalised and the text divided into reading sections by Interlinea.
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