Ancient Greek · ~7 min
Praefatio 1
Athanasius Alexandrinus, Epistula ad Afros 1
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Das Schreiben (kein Synodalschreiben; der Titel in den Hss. BKPO basiert auf einem Mißverständnis von 10,2) richtet sich nach der Angabe im Titel an die Bischöfe der Diözese Africa. Anlaß waren nach 1,3 offensichtlich homöische Aktivitäten in dieser Diözese, vor denen Athanasius mit dem Schreiben warnen will. Er betont aus diesem Grund nachdrücklich die Suffizienz der Beschlüsse der Synode von Nizäa, v. a. ihrer Kernbegriffe ἐκ τῆς οὐσίας und ὁμοούσιος, und akzentuiert diese deutlich gegenüber der homöischen Terminologie in polemischer Auseinandersetzung mit den Synoden von Rimini, Nike und Konstantinopel (359/60). Terminus post quem für die Abfassung ist der Beginn des Episkopats des Damasus von Rom im Oktober 366, der terminus post quem non der Tod des Athanasius am 2. Mai 373. Voraus gehen ein Schreiben einer ägyptischen Synode nach Rom, das auf eine römische Synode unter Damasus reagiert (10,3), sowie ein Schreiben evtl. dieser römischen Synode (1,1) nach Alexandrien. Über frühe synodale Aktivitäten und eine Kontaktaufnahme des Damasus mit Alexandrien, der seine Position in Rom sicherlich dadurch sichern wollte, sind wir auch sonst unterrichtet (vgl. nur Syn. vet. 67f. ; mit der damasinischen Epistula Confidimus quidem besteht allerdings nur ein inhaltlicher, keinesfalls ein literarischer Zusammenhang), so daß die im Brief genannten, sonst aber nicht bezeugten Synoden an den Beginn des damasinischen Episkopats gesetzt werden können. In der Mitte der 60er Jahre ist außerdem wie in der ep. Afr. eine verstärkte synodale und literarische Auseinandersetzung mit den Beschlüssen der Synoden von Rimini/Nike/Konstantinopel und deren exponierten Vertretern (Valens, Ursacius, Auxentius) zu beobachten (vgl. u. a. Hil. ,c. Aux. ; Socr. ,h. e. IV 4; 12). Daher ist eine Abfassung im Jahr 366/67 wahrscheinlich. Zweifel an der Echtheit des Schreibens sind unbegründet. Vgl. auch Stockhausen, Annette von. Athanasius von Alexandrien. Epistula ad Afros. Einleitung, Kommentar und Übersetzung. Patristische Texte und Studien 56. Berlin/New York: Walter de Gruyter, 2002.